Wohngebäudebrand in Thaur

Wohngebäudebrand in Thaur

Am 24.08.2025 wurden die Freiwilligen Feuerwehren Thaur und Rum zu einem Gebäudebrand ins Ortszentrum von Thaur alarmiert. Schon von weitem war die große Rauchsäule und die lodernden Flammen von der Garage bis über den Dachstuhl des Mehrfamilienhauses hin sichtbar. Glücklicherweise  konnten sich alle Personen aus dem Brandobjekt selbstständig und unverletzt retten, sodass sofort mit den Löscharbeiten und dem Schützen der Nachbarhäuser begonnen werden konnte. Es sollte ein langwieriger und fordernder Einsatz werden. Zugskommandant BM Romed Posch war Einsatzleiter bei diesem Einsatz. Er erzählte uns im Interview, wie er den Brand erlebte und welche Herausforderungen er mit seiner Mannschaft meistern musste.

Interview mit Einsatzleiter BM Romed Posch

Wie bist du in den Einsatz gestartet? Wie war eure eigene Lage bei der Alarmierung?
Posch: „Der Einsatzort befindet sich in meiner direkten Nachbarschaft. Bereits auf dem Weg ins Feuerwehrhaus kam ich an dem Objekt vorbei und bekam einen ersten Eindruck der Lage. Ich wusste, dass sowohl unser Kommandant als auch sein Stellvertreter nicht im Ort waren und deshalb rechnete ich schon damit, dass ich die Funktion des Einsatzleiters übernehmen werde. Mir ist das Gebäude bekannt, das war ein großer Vorteil.“

BM Romed Posch

Die Flammen und die Rauchsäule waren weithin sichtbar, was waren deine ersten Schritte am Einsatzort?
Posch: „Da ich bereits ein Lagebild hatte, konnte ich trotz des kurzen Anfahrtswegs die ersten Befehle an meine Mannschaft schon im Kopf durchgehen. Vor Ort eingetroffen waren die Geräusche von platzenden PKW-Reifen und springende Scheiben aber natürlich eindrücklich. Eine der wichtigsten Aufgaben war der Schutz eines, nur wenige Meter neben dem Brandobjekt stehenden, Bauernhofs. Das Tanklöschfahrzeug übernahm die Ostseite, das RÜST-Fahrzeug den Schutz der Westseite und des Bauernhofs. Der Brand hatte beim Eintreffen bereits von der Garage auf die Fassade und den Dachstuhl übergegriffen. Durch gesprungene Fensterscheiben breitete sich der Brand zudem im 1. und 2. Obergeschoss auch in das Gebäude aus. Die Drehleiter der Feuerwehr Rum wurde primär mitalarmiert und ostseitig positioniert. Da absehbar war, dass eine aufwändige Brandbekämpfung im Dachbereich notwendig wird, habe ich die Feuerwehr Hall mit ihrer Drehleiter nachalarmiert. In weiterer Folge wurde diese dann als Sicherung für das Personal am Dach verwendet. Mit Rettungssägen wurde die Dachhaut geöffnet. Die darunterliegende Dämmung musste vollständig abgetragen werden. Dabei unterstützte uns ein Kran-LKW einer privaten Firma. Besonders herausfordernd war dabei, dass das gesamte Dach mit Photovoltaik- und Solarmodulen bestückt war. Dies erschwerte die Abräumarbeiten zusätzlich.“

Es handelte sich um ein Mehrfamilienhaus, war das gesamte Gebäude betroffen? Wie war der weitere Einsatzverlauf?
Posch: „Das Gebäude ist durch eine durchgängige, senkrechte Mauer in zwei Haushälften geteilt. Durch die umsichtige Arbeit aller Beteiligten ist auf der dem Brand abgewandten Seite nur ein überschaubarer Wasserschaden im Dachgeschoss zu beklagen. Die restliche Haushälfte sowie die Nachbargebäude konnten wir, bis auf durch die Hitze gesprungene Scheiben, gut schützen. Wir haben unser Bestes gegeben und waren bis ca. 20:00 Uhr vor Ort. Eine Nachkontrolle erfolgte gegen Mitternacht. Am Folgetag wurden wir erneut zu einer Rauchentwicklung alarmiert. Vor Ort stellten wir einen Schwelbrand im Dachbereich fest. Dieser konnte rasch abgelöscht werden. Auch hier unterstützte uns die Drehleiter Rum, damit wir den Bereich von oben kontrollieren konnten.“

nur wenige Meter zwischen Brandobjekt und Bauernhof

Was ist dein Resümee zum Einsatz? 
Posch: „Ich bin wieder einmal beeindruckt von der guten Zusammenarbeit mit allen Einsatzkräften. Alle waren hilfsbereit und hatten das gleiche Ziel. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass im Ernstfall jeder Handgriff sitzt, auch wenn wir unser Können hoffentlich in dieser Form lange nicht mehr brauchen.
Für mich war der Einsatz und die Zusammenarbeit mit einer Drohne beim Gebäudebrand neu. Die Polizei unterstützte uns mit Livebildern von oben, was mir als Einsatzleiter für die weitere Abwicklung wichtige Erkenntnisse brachte.
Danke an alle Beteiligten, die zum Einsatzerfolg beigetragen haben.“

Das Interview führte BV Thomas Tanzer.

Große Hitzeentwicklung

Diese Leiter war auf der Rückseite des Brandobjekts (Westseite, Richtung angrenzendem Bauernhof) an der Holzwand montiert. Durch die große Hitzeentwicklung schmolz die Leiter.

Zahlreiche weitere Bilder und Videos sind bei den Medien ORF Tirol, Tiroler Tageszeitung, meinBezirk.at oder Tiroler Krone zu sehen.

Im Einsatz:

  • Feuerwehr Thaur mit LAST, TLFA, KRF-B und KLF
  • Feuerwehr Rum mit KDO, TLF-1, TLFA-2, DLK, KLF und LAST
  • Feuerwehr Hall mit KDO, TLF-1, TLF-2, DLK, WLF-2, SRF und LAST
  • Rettungsdienst mit Kriseninterventionsteam
  • Polizei mit Drohne und Brandermittlung

Anwesend:

  • BFI Michael Neuner
  • AK ABI Ing. Kurt Riedmann

Bericht: ABI Ing. Kurt Riedmann und BV Thomas Tanzer
Bilder: Feuerwehr Thaur, BFI Michael Neuner, ABI Ing. Kurt Riedmann

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