Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in Reith bei Seefeld

Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in Reith bei Seefeld

Aufgrund einer kritischen Wasserknappheit in der Gemeinde Reith bei Seefeld kam es am 29. Dezember 2025 zu einem umfangreichen Feuerwehreinsatz zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung. Auslöser waren sinkende Pegelstände in mehreren Hochbehältern, verursacht durch anhaltende Trockenheit, erhöhten Wasserverbrauch während der Feiertage sowie einen bislang unbekannten Wasseraustritt im Versorgungssystem.

Nach mehreren nächtlichen Abschaltungen einzelner Hochbehälter und intensiven Abstimmungen zwischen Gemeinde, Wassermeister und den zuständigen Landesstellen wurde am Montagvormittag die Fremdbefüllung der Hochbehälter beschlossen. Die Koordination erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Landes-Warn- und Lagezentrum Tirol, dem Landes- und Bezirksfeuerwehrinspektor sowie dem Kreisfeuerwehrverband Garmisch-Partenkirchen und der Chemisch-technischen Umweltschutzanstalt (CTUA).

Nach einer gemeinsamen Erkundungsfahrt der Gemeinde Reith, Feuerwehr Reith und einer Abordnung des Kreisfeuerwehrverbandes Garmisch-Partenkirchen zu den betroffenen Hochbehältern wurde rasch klar, dass es sich um einen größeren Einsatz mit erheblichem Material- und Personalbedarf handeln würde. Ab den frühen Nachmittagsstunden wurde ein umfangreicher Einsatz mit überregionaler Unterstützung aufgebaut. Ziel war es, die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung jederzeit aufrechtzuerhalten.

Ab etwa 15:30 Uhr trafen die angeforderten Einsatzkräfte aus Tirol und Bayern beim Bauhof Reith ein. Die bayerischen Feuerwehren übernahmen mit ihren Großtanklöschfahrzeugen den Pendelverkehr von einem Hydranten in Seefeld zum Feuerwehrhaus Reith. Dort wurde das Wasser auf kleinere, geländegängige Fahrzeuge umgefüllt und anschließend über einen Waldweg zum Hochbehälter Feuertal transportiert. Parallel dazu versorgten Tanklöschfahrzeuge der Feuerwehren Reith, Seefeld und Scharnitz die Pumpstation Wilhelmshöhe im Pendelverkehr von einem weiteren Hydranten in Seefeld.

Als weitere Maßnahme wurde mit Trinkwasserschläuchen der Feuerwehren Seefeld, Hall und des Landes-Feuerwehrverbandes sowie einer Pumpe der IKB eine Versorgungsleitung von Seefeld nach Reith aufgebaut, die gegen 19:40 Uhr in Betrieb genommen werden konnte und die Trinkwasserversorgung von Reith zusätzlich stabilisierte. Die Feuerwehr Kematen wurde mit dem Tanklöschfahrzeug nach Reith hinzugezogen, um hier die rasche Einsatzfähigkeit aufrecht zu erhalten. 

Während des gesamten Einsatzes wurde die Einhaltung aller Hygienevorschriften beim Trinkwassertransport überwacht, wobei laufend Wasserproben entnommen wurden. Gegen 21:30 Uhr zeigte sich eine deutliche Stabilisierung der Pegelstände, sodass der Pendelverkehr eingestellt werden konnte. Nach einer abschließenden Lagebesprechung um 22:00 Uhr wurde der Einsatz beendet.

Insgesamt wurden rund 200.000 Liter Trinkwasser mittels Pendelverkehr transportiert.

Im Einsatz standen rund 60 Personen aus Tirol und Bayern, darunter Feuerwehren aus Reith, Seefeld, Scharnitz, Kematen, Hall sowie mehrere Feuerwehren aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Die Zusammenarbeit über Bezirks- und Landesgrenzen hinweg verlief rasch, professionell und kameradschaftlich.

Die Feuerwehr Reith bedankt sich bei allen eingesetzten Kräften aus Tirol und Bayern, bei der Gemeinde Reith, der Gemeinde Seefeld, den Landesstellen sowie allen Unterstützern für die hervorragende Zusammenarbeit. Dieser Einsatz zeigte einmal mehr, wie wichtig Kameradschaft und grenzüberschreitende Hilfe in Ausnahmesituationen sind.

Bericht: HV Simone Mantl
Bilder: Feuerwehr Reith bei Seefeld
Bearbeiter: OV Gerold Lentner (ÖA BFV IBK-Land)

Cookie Consent mit Real Cookie Banner